Andreas Fotografiert

...same same, but different...

Kaffee – 5.0

Es dürfte jetzt locker 10 Jahre her sein, als ich das erste mal anfing, nicht nur analog zu fotografieren, sondern auch die zugehörigen Schwarz-Weiss-Filme, selbst zu entwickeln. Zu meiner eigenen Überraschung, klappte das so gut, dass ich für 2 Jahre (?) auch keine Digitalkamera mehr hatte. Ähnlich wie beim Kochen, hielt ich mich eigentlich nur grob an die Vorgaben (Rezepte), so dass sogar die ein oder andere C41-Farbentwicklung gelang.

Nur eines gelang mir bisher nie: Caffenol !
Ich weiß es gar nicht mehr genau, wie oft ich es versucht hatte. Das so vermeintlich leichte Rezept der anderweitigen Kaffeenutzung gelang mir so gar nicht.

Vielleicht ist dies der entscheidende Hintergrund, warum mich Caffenol dann auch nicht wirklich losgelassen hat. Es war ja immer alles da, und der Charme, bei der Filmentwickung weitestgehend auf Chemie zu verzichten, war und ist halt einfach doch nicht zu verachten.

Irgendwann zwischen Kontaktbeschränkungen, Lockdown-Light, Homeoffice und Kinderbetreuung, entdeckte ich über die Kleinanzeigen, im Nachbarort, eine Minox 35 GT. Guter Zustand, guter Preis, umgehend Abholbereit.

Und, naja, da mir MS-bedingt meine “digitale” Vollformat-Ausrüstung zu schwer wird (dazu ein andermal mehr), war damit auch schnell die Idee wieder geboren, nicht nur verstärkt wieder ins “analoge” Vollformat einzusteigen, sondern vielleicht mein eigenes kleines
“Kaffe-Jahres-Projekt-2021” zu starten? 12 Monate, jeweils 1 Film, 1 Jahr, …
Praktisch ein 365-Tages-Projekt, bezogen auf S/W-Analog, mit der lockeren Vorgabe, 1 Monat = 1 Film.

Schön und gut – aber klappt denn jetzt auch Caffenol?
Nun:
Film 1.0 war direkt für die Tonne. Schwarze Motive auf schwarzem Grund.
Film 2.0 wurde auf einmal etwas. Für mein Geschmack etwas zu körnig, aber hey, es gab was zu sehen auf den Negativstreifen!

Film 3.0 und 4.0 waren noch körniger, und gefühlt ohne Graustufen. Hartes Schwarz, oder hartes Schwarzweiß. Dazu hätte ich die Negativstreifen fast nicht näher betrachtet, da ohne Gegenlicht, so gut wie nichts darauf erkennbar war. Gleichzeitig klebten die Negative…

Dann aber viel mir folgendes auf: Ich hatte die Minox auf ISO800 eingestellt. Lag es daran? Weitestgehend falsch belichtet, und somit auch nicht passend entwickelt? Also diese dann erst mal auf ISO400 eingestellt.

Dazu in der Kochbibel <<< Link >>> noch mal das Rezept geprüft. Sogar ein digitales Küchenthermometer habe ich mir bestellt, damit ich mich auch ja an die Temperatur halte – wg. Rezept einhalten, und so…
Und dann, apropos Rezept: Ich hatte bisher immer die Rezepte ohne Kaliumbromid verwendet. Ich hatte schlichtweg keines. Bis ich im Kochbuch davon gelesen habe, stattdessen Jodsalz zu verwenden.
Eigentlich hatte ich mir schon eine neue Flasche Adox/Rodinal bestellt, um auch mal zu testen, ob es am Film liegt.
Im Endeffekt habe ich dann doch das Rezept zu Caffenol C-H, und “ordentlich” Kochsalz genommen, mich einigermaßen an die Entwicklungsvorgaben bei ca. 20°C gehalten. Bei ca. 15 Minuten Entwicklung, alle 1 Minute 3x kippen, kam dann zur großen Freude mal so richtig was zu Stande:

Gefolgt von der Freude über gelungene Negative, war beim Scannen dann kurz mal die Enttäuschung da, da es noch immer ein bisschen zu körnig/rauschig war. Dazu oftmals zu hell.
Aber auch hier lernt man auf den zweiten Blick: Der eingesetzte CHM400 darf wohl nicht sooooo unbedarft überbelichtet werden, und auch bei den Negativen darf man in Lightroom etwas an den Reglern drehen…. ;o)

Im großen und ganzen, im 5. Anlauf, ein Ergebnis was ich halten möchte. Es scheint, als hätte ich “mein” Rezept gefunden. Mittlerweile habe ich auch mal einen anderen s/w-Film in der Kamera, und werde auch mit diesem nochmal ein paar Belichtungsexperimente vollziehen. Aber dem Grundgedanken “1 Monat, 1 Film; 12 Monate, 12 Filme” dürfte so langsam das Leben eingehaucht werden… ;o)

Wer dann übrigens generell mal in die S/W-Entwicklung einsteigen möchte, dem kann ich folgende Anleitung von Stefan Heymann empfehlen. Ich kenne Ihn nicht, aber das PDF war vor 10 Jahren mein Einstieg:

<<< Klick >>>

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